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Work-Life-Integration: Ein neues Verständnis von Zeit.

Work-Life-Integration: Ein neues Verständnis von Zeit.

Die Digitalisierung bringt nicht nur viele Neuerungen auf dem Feld der Technologien, sondern verändert auch unser Arbeitsumfeld und unser Verständnis von Arbeitszeit
Ein Gastbeitrag von Florian Meissner.

In einem Artikel für lead digital hat Gabriella Maria Bassu zukunftsfähiges Arbeiten beschrieben. Agilität und Flexibilität lauten die Stichwörter. Vertrauen statt fester Arbeitszeiten, Homeoffice statt Bürozwang, Jogginghose statt Business-Anzug. Aber ist das wirklich die Zukunft der Arbeit, oder ein Wunschtraum der Generation Y, der ich auch angehöre?

Klar, statt Work-Life-Balance auf „Work-Life Integration“ zu setzen, klingt im ersten Moment ziemlich gut – und in Zeiten von Smartphones, mobilem Internet und der Möglichkeit, alles miteinander zu synchronisieren ist es ja auch ein Leichtes, diesen Schritt zu gehen. Letztendlich fordert Frau Bassu, dass Leistung nicht an Arbeitszeit gemessen werden soll, sondern an Ergebnissen orientiert wird. Eine Trennung, die eigentlich nicht nötig sein sollte – denn letztendlich ist gute Arbeit doch eine Kombination aus Zeitmanagement und Ergebnis, oder? Und auch die Idee, Ergebnispakete statt Arbeitszeit zu zahlen, klingt etwas abstrus. Denn das heißt: egal ob ich für eine Sache zwei oder zwölf Stunden brauche, am Ende steht Summe X. Das klingt auf den ersten Blick nicht allzu schlecht: Immerhin liegt es ja an mir, ob ich die Arbeit schnell erledige oder nicht. Aber im Endeffekt bedeutet das vor allem eins: meine Arbeitszeit wird nicht wert geschätzt.

Es braucht mehr Wertschätzung für Arbeitszeit

Unsere Großeltern und Eltern haben oft noch „echtes Handwerk“ gelernt. Selbst kreative Berufe wie Grafikdesigner oder Texter waren mit handwerklichen Fertigkeiten wie Zeichnen oder Drucktechnik verknüpft. Von Berufen wie Schreiner oder Maurer wollen wir gar nicht anfangen – im Endeffekt gilt: der Endpreis eines Produkts setzt sich immer aus den Kosten für Rohmaterialien + Arbeitszeit + Gewinnmarge zusammen.
Heute läuft vieles digital, vor allem in der Kreativbranche und im Personalwesen. Aber nur weil ein Stück Code oder eine Personalakte anlegen keine „echte Handarbeit“ erfordert heißt das nicht, dass nicht ein gewisses Maß an Zeit in die Erstellung geflossen ist. Zeit, die bezahlt werden will. Wenn mein Endprodukt durch ein gewisses Maß an Automation dadurch günstiger wird, um so besser. Aber nur, weil vieles nicht mehr manuell erledigt werden muss, heißt das nicht, dass die Arbeitszeit, die in die Erstellung des Produktes fließt, nicht genau so viel Wert ist wie vor 20 Jahren.

Entsprechend ist eine Stechuhr nicht unbedingt etwas, das ad acta gelegt werden sollte. Sie vermittelt dem Arbeitnehmer das Gefühl, dass seine Zeit geschätzt wird und animiert dazu, die bezahlte Zeit auch möglichst effektiv zu nutzen. Es geht hierbei ja auch nicht um die Kontrolle des Arbeitgebers, sondern den Schutz des Arbeitnehmers. Das scheinen viele zu vergessen.

Aber eine Stechuhr muss mir noch lange nicht meine Flexibilität nehmen. Es gibt viele Lösungen die es Arbeitnehmern erlauben, sich zum Beispiel online „zur Arbeit“ zu melden und von der Couch aus in Jogginghose zu arbeiten. Der Bürozwang ist hinfällig, cloudbasierter Workstations sei Dank. Denn mal ehrlich: ist es sinnvoll, die Mutter oder den Vater ins Büro zu beordern nachdem sie ihr Kind im Kindergarten abgeliefert haben? Stattdessen können Eltern den Vormittag am heimischen Schreibtisch verbringen – und haben so sogar mehr Zeit für ihre Aufgaben, statt im Auto zu sitzen.

Für viele scheint die Vertrauensarbeitszeit ein Ausweg aus diesem Dilemma. „Vertraut einander“, fordert auch Frau Bassu. Trotz alledem sind Verträge mit Regelarbeitszeiten versehen, die 40-Stunden-Woche ist nach wie vor bei den meisten State of the Art – selbst in der Kreativbranche. Der Zusammenschluss aus Vertrauensarbeitszeit und 40-Stunden-Woche ist ein Widerspruch in sich: letztendlich arbeiten Angestellte auf Vertrauensarbeitszeit oft mehr, ohne dafür kompensiert zu werden. Stattdessen wäre eine arbeitnehmerfreundliche Variante doch einmal erstrebenswert: die Stechuhr läuft wenn der Arbeitnehmer seine Arbeit erledigt, egal wo.